Furchtbare deutsche Doppelmoral
Die Welt steht noch immer unter dem Eindruck der gemeingefährlichen Äußerungen des israelischen
Polizei- und Sicherheitsministers Itamar Ben-Gvir. Dieser hatte in einem Podcast der ehemaligen
Gaza-Geisel Ron Braslavski nachfolgenden verbalen Exzess stattfinden lassen: "Ich denke, dass man
gezielte Tötungen in Gaza ausführen sollte, jede Nacht 30, 40 Menschen entfernen." Er beziehe sich dabei,
so der israelische Minister weiter, nicht nur auf bewaffnete Palästinenser, die eine unmittelbare Gefahr
darstellten. " Es gebe im Gazastreifen vielmehr Menschen, die es nicht verdient hätten, zu leben."
Eine Distanzierung des sogenannten "Zentralrats der Juden in Deutschland" oder der "deutsch-israelischen
Gesellschaft" davon, findet man leider bis zum heutigen Tag vergeblich. Um so mehr sind daher die
folgenden Worte des Präsidenten der Israelitischen Kulturgemeinde für die österreichischen Bundesländer
Salzburg, Steiermark und Kärnten, Elie Rosen, hervorzuheben, die in jeder Hinsicht auch meine eigene
Sicht des schlimmen Verbalradikalismus eines Ben-Gvir wiedergeben. Sie seien "eine Schande für das gesamte
jüdische Volk und eine Schande für den Staat Israel. Einmal mehr müsse die israelische Regierung sichtbare
Konsequenzen ziehen und Ben-Gvir aus der Regierung entfernen. Dessen Äußerungen würden die menschen-
verachtende Haltung und politische Gefährlichkeit des Ministers zeigen."
Während es hierzulande zwar entsprechende Erklärungen mehr oder minder einflussreicher Parteienvertreter
gibt, von denen die des außenpolitischen Sprechers der CDU/CSU, Jürgen Hardt, besonders hervorzuheben wäre,
der Sanktionen der EU gegen diesen israelischen Faschisten fordert, schweigt die Bundesregierung kollektiv dazu.
Man stelle sich hingegen aber nur einmal nur das internationale Aufsehen vor, wenn sich ein deutscher Minister
vergleichbare Meinungsäußerungen hätte zuschulden kommen lassen!
Mir fällt in diesem Zusammenhang die vor längerem veröffentlichte Aufforderung des Präidenten des
"Zentralrats der Juden in Deutschland", Dr.Joseph Schuster, ein, man solle sich in Deutschland "mehr an der
israelischen Demokratie orientieren." Zu diesem Zeitpunkt saß der erkennbare Faschist und Vorsitzende der Partei
"Ozma Jehudit" (=Jüdische Kraft) Itamar Ben-Gvir, bereits am Kabinettstisch in Tel Aviv. Selbstverständlich wird sich
daran bis zum Zeitpunkt der israelischen Parlamentswahlen im Oktober dieses Jahres auch nichts ändern.
Unsere Regierung schweigt dazu, genauso wie zu den menschenfeindlichen Eskapaden eines Donald Trump, der ja
den Iran am liebsten vom Erdboden verschwinden lassen möchte.
Während jeder Bundesbürger für derartiges sofort einer strafrechtlichen Verfolgung zum Opfer fallen würde, schweigen
unsere Behörden in erbärmlicher Feigheit zu den Tollheiten der Herren Trump und Ben-Gvir. Das scheint die "vollkommene
Demokratie" zu sein, welche nur dann sich für den Schutz der Menschenrechte einsetzt, wenn es "der Staatsräson" und den
eigenen politischen Interessen genehm ist.
Demgegenüber unterliegt beispielsweise der palästinensische Mannheimer Bürger Dr.Mahmud Abu-Odeh einem generellen
Redeverbot in seiner Stadt, nur weil er eine klare Stellungnahme zu den Geschehnissen in seiner früheren Heimat abgegeben hat.
Die Internetadresse "etos.media" hat hierzu unlängst einen ausführlichen Beitrag veröffentlicht.
Die hessische Landesregierung hat ja nun bekanntlich im Bundesrat eine Gesetzesinitiative eingebracht, wonach Äußerungen,
die als De-Legitimierung Israels interpretiert werden könnten, mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren belegt werden
sollen. Folgt man dem, so kann man nur fragen, ob eine Fundamentalkritik an Stellungnahmen vom Schlage eines israelischen
Polizeiministers Ben-Gvir einen dann ins Gefängnis bringen würde?
Der Angriff auf die Meinungsfreiheit in unserem Lande nimmt also immer schlimmere Ausmaße an. Daher kann man sich nur-
einmal mehr- mit der Darstellung des österreichischen jüdischen Repräsentanten Elie Rosen solidarisieren, der, wie hier
zitiert, in wenigen Sätzen seine in jeder Hinsicht richtige Einstellung zu dem Verbal-Terrorismus eines Itamar Ben-Gvir
zum Ausdruck gebracht hat!
