Auf Wiedersehen o Märtyrer Imam! - Ein Liebesbrief an denjenigen, der die größten Berge versetzt hat
Im Namen der Quelle aller Liebe schreibe ich Dir mein lieber Imam, unter dessen segenreicher Führung meine Wenigkeit und Nichtigkeit in einem so fernen Land die Früchte der Wahrheit über vier Jahrzehnte genießen durfte.
Heute beginnen die Trauerzeremonien zu Deinem Abschied. Millionen und abermillionen Herzen in der ganzen Welt begleiten dich auf Deinem letzten irdischen Weg, der ein Spiegel Deiner himmlischen Ehrungen ist. Zuerst dürfen sich heute die Staatsoberhäupter und ihre Vertreter dieser Welt von dir verabschieden; natürlich nicht die Vertreter von perversen Epstein-Koalitionen und der Kriegstreiber, die in der Ermordung von Kleinkindern militärische Erfolge feiern. Hast Du jetzt Deine Enkelin auf den Arm, wie einstmals Dein Urgroßvater sein Säuglingsbaby?
Nach den scheinbar Hohen der Erde gibt es zwei Tage Totenwache in der Mosalla für jene, die in Deinen Augen viel höher standen als alle Machthaber und Verantwortungsträger, nämlich das einfache Volk, das Dich von ganzem Herzen geliebt hat. Das Fußvolk, dass für Dich alles getan hätte, wenn Du nur gerufen hättest. Und Du hast sie geliebt, liebst sie heute noch und diese Liebe trägt dich zu den höchsten Stufen der Liebe in himmlischen Sphären. Solche Sphären können sich die durch ihre Sünden selbst erniedrigenden Menschen, wie meine Wenigkeit, nicht einmal vorstellen. Allah schenke Dir den höchsten Genuss der Liebe!
Dein gesegneter Körper fährt weiter zu der heiligen Stadt Qum, um dort von Deiner Tante, der heiligen Masuma geehrt zu werden. Ich habe keinen Zweifel, dass Deine Großmutter Fatima (a.) auch dort sein wird! Die Heilige Stadt Qum, die in den Prophezeiungen eine so bedeutsame Rolle spielt, wird durch die Lichtstrahlen Deines Sarges noch mehr erstrahlen. Vielleicht wird jetzt Deine Lehre von den Paaren auch Einzug in die Lehre der Stadt halten.
Von hier geht es weiter zu Deinen Großvätern Imam Ali (a.) und Imam Husain (a.) o Du wahrer Husaini! Bei Imam Ali (a.) legt sich Deine Stirn in seine Gebetsnische, um von den Raketen der Falschheit auf Erden zersplittert zu werden. Hörst Du, wie Imam Ali (a.) ruft: „Ich wurde glückselig beim Herrn der Kaaba“ [فُزْتُ وَ رَبِّ الْكَعْبَة]. Dieses Mal ruft er es auch für Dich! Wird Imam Chomeini Dich hier in die Arme schließen, oder hat er es bereits zuvor getan?
Wirst du am Regierungssitz des erwarteten Erlösers in der Moschee von Sahla vorbeischauen? Dein eigener Imam, Imam Mahdi, wird sicherlich in der Nähe sein. Dann fährst Du den Weg des weltgrößten Friedensmarsches nach Kerbela. Während die Flagge von Aschura noch gehisst ist, wird Dein Blut mit dem Blut der heiligen Märtyrer von Kerbela vermischt werden. Die Heilige Zaynab (a.) wird Dir zurufen: „Ich habe nichts außer Schönheit gesehen!“ Von dort rufst Du der gesamten Menschheit zu: „Jeder Tag ist Aschura und jeder Ort ist Kerbela“. Du lädst alle Menschen zur Wahrheit ein, wie mit Deinen zwei Briefen an die westliche Jugend, die wir so unzureichend verbreitet haben. Verzeih uns! Hörst du aus der ganzen Welt die Antworten „meine Seele sei dir geopfert“? Denn es gibt überall Menschen, die von Imam Husain (a.) gelernt haben „Niemals Unterdrückung“ [هيهات منا الذلة]. Aber sie haben jene Aussage erst durch Dein Leben und Deine in die Luft gestreckte Faust im Moment des Martyriums besser verstanden. Du hast uns gelehrt: „Leben wie Zaynab (a.) und Sterben wie Imam Husain (a.)“. Auf dieser Reise ruft der beste aller Menschen, die Vervollkommnung der Menschlichkeit, der Prophet der Wahrheit und der Liebe, Muhammad (s.) uns allen zu: „Ich bin von Husain“. Wir alle sind Allah so dankbar, dass er uns solch einen Husaini geschenkt hat, dass wir unseren Propheten und die Ahl-ul-Bait besser erkennen durften. Bevor Du Kerbela verlässt, rufst Du, wie damals Dein Urgroßvater, der gesamten Menschheit zu: Seid zumindest in dieser Welt frei!
Welcher Leichnam in der Geschichte der Menschheit ist jemals solch eine Reise auf Erden angetreten? Warum gibt es immer noch Menschen, die nicht erkennen, wer Du warst und heute noch bist? Wie kann es immer noch Schiiten geben, die Deine Auszeichnung durch Allah (t), durch Seinen Propheten (s.), durch die Heiligen Fatima (a.) und die 12 Imame (a.) nicht verstehen?
Deine irdische Reise endet an dem Ort, an dem sie begonnen hat, in der Nähe Deines Heimatortes bei Imam Ridha (a.). Dort kommst Du unter die Erde und wirst auf Deine rechte Seite gedreht. Wird Dein so schwer verletzter rechter Arm nicht unter der Last Deines Körpers eingequetscht werden? Nein, ganz sicher nicht! Es sind die Engel, die Deinen Leichnam tragen, und heute ist Deine schwer verletze Hand gesünder als so viele nutzlose Hände von Menschen meinesgleichen, die viel zu oft vergessen, wo wir enden werden. Du warst zu Lebzeiten der lebende Märtyrer. Jetzt bist Du der Märtyrer, der ewig lebt.
Allah belohne Dich. Du hast uns nach Führung dürstenden, fehlerbehafteten Diener Gottes nicht allein gelassen. Mit Deinem Sohn und seinen großen Opfern hast Du uns so etwas wertvolles hinterlassen, dass wir erkennen sollen, wie nach einem Ali ein echter Mudschtaba kommt. Er musste in die kleine Verborgenheit, weil wir ihn nicht beschützen konnten. Aber er wird aus der Verborgenheit heraustreten, wenn wir bereit sind und uns dann – so Gott will – erläutern, wie wir den Durchbruch aus der großen Verborgenheit vorbereiten können, besser als je zuvor.
Während du das Begrüßungsfestmahl am Tisch der Prophetenfamilie genießen darfst, lege bitte Fürsprache für uns ein, die wir noch einige Tage von Allah geschenkt bekommen haben, um uns zu reinigen. Und gewähre Leuten wie meiner Wenigkeit, dich in beiden Welten besuchen zu dürfen. Denn Du hast nicht nur die größten Berge auf Erden versetzt, sondern auch uns gelehrt, wie wir den unfassbar großen Berg unserer eigenen Seele in feinsten Staub verwandeln können, um mit der Wolke der Liebe zu verschmelzen.
Auf Wiedersehen o Märtyrer Imam!
