Es ist gar nicht so lange her, da ist es mir passiert. Ich kannte ein Fremdwort nicht. Ein Lehrer erzählte mir, dass er gerade seinen Beruf wechselt, weil er die Missstände an den Schulen nicht mehr aushält. Bei allem was er versuchte stand ihm auch noch die Bürokratie im Wege. Bei einem Gespräch mit der Schulleitung wurde ihm gesagt, er solle sich mehr Resilienz aneignen. Und siehe da, plötzlich erscheint ein Begriff, der eigentlich aus der Biologie stammt und die Anpassung an katastrophale Zustände beschreibt, etwa nach Naturkatastrophen . Und er wird jetzt immer häufiger genannt. Und siehe da. Ich lese gerade nach, was es für neue Bestimmungen im Wehrdienst geben soll. Und da taucht der Begriff auf:....für gesellschaftliche Resilienz. Ja, was fällt mir dazu ein. Ein gutes Beispiel hatten wir in der Geschichte: an den Endsieg zu glauben, obwohl jeder sehen konnte, dass der Krieg verloren war. Alles andere war Wehrkraftzersetzung ...
Ich habe keine Resilienz, denn ich leide. Ich leide, auch weil andere Resilienz haben und ertragen was nicht zu ertragen ist. Gaza, Angriffskriege, die Zustände in unseren Altenheimen, die Verarmung des Volkes, dass den Ärmsten und Schwächsten alles genommen wird, Einbruch des Gesundheitssystems, nein...ich habe keine Resilienz, denn ich bin jeden Tag betroffen, so sehr, dass mir gerade die Hände zittern. Wer an Missständen leidet ist eben falsch, er hat keine Resilienz. Und mit einem Volk, dass jetzt so erzogen wird, kannst man bald wieder alles machen. Denn du bist der Fehler, nicht die anderen, nicht die, die das Unmenschliche verursachen, denen Menschenleben egal ist, die die Wahrheit zur Lüge erklären und einfach weiterlügen, obwohl sie 100 mal entlarvt wurden. Wer keine Resilienz hat, kann wahrscheinlich bald den Einsatz der Bundeswehr gegen nicht resiliente Bürger erleben. Denn mit dem Begriff kannst du eben alles machen...wie gehabt...
