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Die Nakba: Für immer unvergessen.

#1 von Dr.Josef Haas , 15.05.2026 08:09

Die Nakba: Für immer unvergessen.

Der 15.Mai ist von der UNO zum Gedenktag an die Nakba, also die Größte Katastrophe in der Geschichte des
palästinensischen Volkes, erklärt worden. Unmittelbar vor der israelischen Staatsgründung, wurden in ihr
mindestens 750.000 Palästinenserinnen und Palästinenser von den Zionisten aus ihrer angestammten Heimat
vertrieben und eine nicht überschaubare Zahl von ihnen ermordet.
Der sogenannte "Plan Dalet," vom israelischen Historiker Illan Pappe eindrucksvoll dokumentiert, stand dabei für
die erwiesene zionistische Erkenntnis, dass eine israelische Staatwerdung nur durch die Vertreibung der
palästinensischen Einwohnerschaft möglich sei. Extremistische Einheiten, wie sie damals als "Haganah", "Palmach"
oder "Alexandroni-Brigaden" in Erscheinung traten, trugen dann maßgeblich zu deren Verwirklichung bei.
Der israelische Siedler-Terror stellt damit heute gleichsam die Fortsetzung und Ergänzung dieser mörderischen Praxis
der gewaltsamen Landnahme aus der Frühzeit Israels dar.
Inzwischen sind mindestens siebzig zionistische Massaker aus den Jahren 1947 und 1948 bekannt, wobei Tantura bei
Haifa, Lydda, Dawajima und Deir Jassin mit jeweils etwa 250 ermordeten Palästinensern die bekanntesten sind.
Frau Professor Helga Baumgarten hat in der kürzlich erschienenen Nahost-Beilage der marxistischen Berliner
Tageszeitung "junge Welt" all das eindrucksvoll dargestellt, was es, zumindest für das offizielle Deutschland, nicht zu
geben scheint. Stattdessen handelt man dort und anderswo nach dem Prinzip "Es kann nicht sein, was nicht sein darf!"
Wahrheitsgemäße Darstellungen dieser Zeit werden hierzulande diskriminiert und diffamiert, immer dem Ziel verpflichtet,
ja nicht das Verhältnis zu Israel zu beeinträchtigen.
Dabei hat schon Jochen Vollmer in einem im "Deutschen Pfarrerblatt", Nr.8/2011, erschienenen Aufsatz folgendes
festgestellt: "Die Menschenrechte sind unteilbar. Wo Christen und Christinnen einseitig für Israel und den Staat Israel Partei
ergreifen, machen sie Gott zum Parteigänger und Komplizen. Nur wenn sich Israel seiner Geschichte stellt und nicht nur die
Erinnerung an den Holocaust einfordert, sondern auch die Erinnerung an die Nakba zulässt und sich zu eigen macht..., kann
es eine friedliche Zukunft für Juden und Palästinenser geben."
Das genaue Gegenteil ist aber leider die traurige Wirklichkeit. Helga Baumgarten belegt sie in ihrem Beitrag "Das Beispiel
Tantura" in der "jungen Welt" vom 13.Mai 2026 mit dieser Tatsache: "In Moschaw Dor und im Kibbuz Nachschodim (am
10.Juni 1948 auf den Ruinen von Tantura gebaut), genießen Israelis heute die Sonne über einem der Massengräber.
Der große Parkplatz liegt auf einem zweiten Massengrab."
Eine zu verallgemeinernde Realität, die selbstverständlich, wie sollte es auch anders sein!, von unseren staatstragenden Kräften
mitgetragen wird. Wobei "islamische" Staaten, wie die Vereinigten Arabischen Emirate, denen Netanjahu nach dem 7.Oktober
2023 einen Besuch abgestattet haben soll, oder Marokko aus dem gleichen Holz der einseitigen Parteinahme für Israel geschnitzt
sind.
Diese Vergewaltigung der Geschichte, verpflichtet daher geradezu einen überhaupt noch in den Kategorien von Menschlichkeit und
Wahrheit denkenden Menschen förmlich dazu, die Erinnerung an die Nakba wachzuhalten und, nach seinen Möglichkeiten, auch die Solidarität
mit dem Volk von Palästina stattfinden zu lassen, einem Volk, das seit Jahrzehnten mit einem immer schlimmer werdenden Angriff Israels auf sein
Selbstbestimmungsrecht konfrontiert wird. Einem Israel, dessen Rassismus und Palästinenserfeindschaft dort geradezu zum Staatsprinzip
geworden ist, und das wir trotzdem, von gelegentlichen verbalen Protesten einmal abgesehen, uneingeschränkt unterstützen.

Dr.Josef Haas  
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