Ein notwendiges Wort
Bei der leider immer wieder festzustellenden Loyalität der beiden großen hiesigen christlichen Kirchen gegenüber
dem Kurs der Bundesregierung gegenüber den USA und Israel, überraschen denn doch die offenen Worte von Kardinal Reinhard
Marx. In seiner Osterpredigt warf der katholische Oberhirte des Bistums München-Freising nämlich dem US-Kriegsminister Hegseth
"eine schamlose Gotteslästerung" vor, wenn dieser "dafür bete, dass jede Kugel im Iran-Krieg treffe."
Der ja auch offiziell als "Kriegsminister" Charakterisierte, repräsentiert ja zudem das Lager der amerikanischen "Evangelikalen",
welche aus angeblich "christlichen" Motiven heraus, von vorneherein j e d e s, und sei es auch das schlimmste, Verbrechen Israels
gutheißen. Auch Donald Trump steht diesen perversen Kreisen erkenn- und vor allem hörbar nahe. Dessen jüngste Äußerungen, wonach
"der Iran in die Hölle geprügelt" und "zurück in die Steinzeit gebombt werden würde", beweisen diese furchtbare Tatsache in jeder
Weise.
Der US-Präsident- seine Sprache beweist es ja immer wieder aufs neue- ist erkennbar von allen guten Geistern verlassen und wohl auch
nicht mehr zurechnungsfähig. Seinem Tonfall fallen aber ständig mehr Menschen im Iran, welcher sich trotzdem bewundernswert tapfer
wehrt, zum Opfer.
Sein Partner in der Koalition des Terrors, Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, kommt ihm zwar nicht unbedingt im Tonfall,
aber doch in der Strategie vollkommen gleich. Dessen Ziel besteht ja schon seit langem, gleichsam als geistiger Erbe seines ebenfalls
dem Wunschtraum eines "Groß-Israel vom Euphrat bis zum Nil" verpflichtet gewesenen Vaters, in der Schaffung eines weit über seine
aktuellen Grenzen hinausreichenden Judenstaates. Da Israel weder über eine Verfassung noch über klar festgelegte Grenzen verfügt,
kann Netanjahu hier völlig frei in seinem Wunschdenken agieren.
Leider unterstützt unser Land, trotz aller gelegentlichen verbalen Proteste, uneingeschränkt den als "Selbstverteidigung" getarnten
israelischen Imperialismus, nicht zuletzt mit umfangreichen Waffenlieferungen.
Man stelle sich aber nur einmal die bundesdeutsche Reaktion auf ein gleichartiges russisches Verhalten gegenüber der Ukraine vor, wie
es nun schon seit Monaten gegenüber dem Iran stattfindet. Undenkbar, unvorstellbar!
Eine erschütternde Doppelmoral wird hier sichtbar, für die sich ein jeder noch dem Gerechtigkeitsgedanken verbunden gebliebener
Deutscher schämen muss. Die hiesigen staatstragenden Kräfte fast aller Parteien, wird diese Einschätzung allerdings selbstverständlich
nicht im geringsten beeindrucken.
Für sie hat- stattdessen- immer noch allein die unbedingte Solidarität mit den Aggressoren USA und Israel absoluten Vorrang gegenüber
dem Friedensgebot. Also einem Grundsatz, der gerade am christlichen Osterfest in Erscheinung treten sollte.
Es bleibt daher in jeder Hinsicht begrüßenswert, dass der frühere Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz Kardinal Marx, einem
Kriegstreiber wie Hegseth die Leviten las, welcher unlängst bei einer Pentagon-Pressekonferenz mit dem Psalm 144 aus dem Alten
Testament aufwartete, in dem es heißt: "Gelobt sei der Herr, ..., der meine Hände geschickt macht für den Kampf, meine Finger für den
Krieg." (Quelle: "junge Welt" Ausgabe vom 28.März 2026).
Eine Blasphemie, also widerliche Gotteslästerung, wenn er gleichzeitig dort versprach, "Tod und Zerstörung auf den Feind", also den Iran,
"herniederregnen zu lassen."
Das also sind unsere demokratischen Verbündeten in den USA, zu denen Verteidigungsminster Pistorius bestenfalls schweigt, wenn er sie
nicht sogar hofiert!
