Wie viele von euch sind zur Schule gegangen und haben nie erfahren, dass Belgien 12 Millionen Kongolesen getötet hat?
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Bei der Veranstaltung „Voices of Resilience“ von Penny Appeal Canada bittet Dr. Gabor Maté das Publikum, die Hand zu heben, wenn ihnen das jemals in der Schule beigebracht wurde. Fast niemand hatte davon gehört.
Das belgische Kolonialregime im Kongo hat nicht nur ausgebeutet. Es hat verstümmelt. Denjenigen, die nicht hart genug arbeiteten, wurden die Arme abgehackt. Menschen wurden ausgehungert, geschlagen und in einem Ausmaß zu Tode gearbeitet, das mit den am besten dokumentierten Gräueltaten der modernen Geschichte vergleichbar ist. Zwölf Millionen Menschen. Und dennoch wird es im allgemeinen Bildungssystem kaum erwähnt.
Maté kommt dann auf das Massaker von 1906 auf den Philippinen zurück, bei dem amerikanische Truppen muslimische philippinische Dorfbewohner jagten, die in einen Vulkankrater geflohen waren, um den Tötungen zu entkommen. Dreihundert Männer, Frauen, Kinder und Babys wurden massakriert. Die gegebene Rechtfertigung war dieselbe, die wir noch heute hören: Sie würden Kinder als menschliche Schutzschilde benutzen.
Sein Anliegen ist nicht einfach, historische Schrecken aufzuzählen. Er fragt vielmehr, warum genau diese Teile der Geschichte aus den Klassenzimmern herausgehalten werden. Denn wenn man sie kennt, beginnt man Muster zu erkennen. Und wenn man Muster erkennt, kann einem nicht mehr gesagt werden, dass das, was heute geschieht, beispiellos, außergewöhnlich oder ohne historischen Zusammenhang sei.
Geschichte wird selektiv zusammengestellt. Und diese Lücken sind kein Zufall.
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