Kann eine Metro-Station für die Heilige Maria Frieden bringen?
Eine etwas ungewöhnliche Nachricht tauchte gestern in einer viel zu unfriedlichen Welt auf. In der Hauptstadt der Islamischen Republik Iran wurde eine neue Metro-Station eingeweiht, die dem Heiligen Maria gewidmet worden ist. Während die mehr oder weniger gleichgeschalteten Mainstream-Medien Deutschlands die Nachricht völlig ignoriert haben, haben griechische dafür umso klarer darüber berichtet und zudem ausführliches Bildmaterial geliefert [1].
Die Station heißt Maryam-e Moghaddas (Heilige Maria / „Saint Mary“) und liegt auf der Linie 6 der Metro Teherans. Sie befindet sich in der Nähe der St. Sarkis Armenian Cathedral, einer armenisch-apostolischen Kirche im Zentrum Teherans. Ja, in Teheran gibt es viele Kirchen [2]! Aber die Mehrheit der deutschen Medien-Konsumenten soll all das nicht wissen, denn die Staatsräson verlangt die ewige Feindschaft gegenüber jeder Person oder Organisation, die die Verbrechen des zionistischen Kolonialgebildes anprangern, selbst wenn Zionisten einen Völkermord begehen. Sollte eine Nachricht aus dem Iran auch nur die geringste Gefahr beinhalten, dass sie rein hypothetisch minimale Sympathien beim Leser für den Iran bewirken könnten, wird sie zensiert in einem Land, das heuchlerisch vorgibt keine Zensur zu kennen. Aus dem Iran darf es nur Katastrophenmeldungen geben, wie die Behauptung, dass die Islamische Republik Iran seit ihrer Gründung am wirtschaftlichen Ende ist und es jedes Jahr schlimmer werde.
Zurück zur Metro-Station und ihrer Gestaltung. Es gibt Reliefs und Wandmalereien, die Elemente der christlichen Kunst zeigen, z.B. die Darstellung der Heilligen Maria, Jesu (der Friede sie mit beiden) und der St.-Sarkis-Kathedrale. Außerdem wird im Design eine Kombination islamischer Ornamentik mit armenischer Architektur (konische Kuppeln, Kreuzform usw.) verwendet, um kulturelle Koexistenz und gegenseitigen Respekt zu symbolisieren. Die Station ist Teil von Bemühungen der Stadtverwaltung, religiöse Minderheiten sichtbarer zu machen und mehr öffentliche Räume zu schaffen, in denen Kultur und Glauben verschiedenster Gruppen repräsentiert sind. Die Station ist nicht nur künstlerisch ein Prunkstück. Sie ist auch infrastrukturell eine Hilfe für die christliche Minderheit in Teheran. Laut Berichten leben in Teheran etwa 100.000 Armenier, und die Station erleichtert den Zugang zur Kathedrale und dem armenischen Viertel in der Gegend. Der Iran ist mehrheitlich schiitisch-muslimisch, aber die Verfassung [3] schützt religiöse Minderheiten wie Christen (z. B. Armenier), Juden und Zoroastrier. Diese Station ist ein sichtbares Beispiel dafür, wie das umgesetzt und symbolisch ausgedrückt wird.
Doch kann solch ein Symbol in Teheran zum Weltfrieden beitragen? Klar ist, dass es keinen Weltfrieden geben wird, solange es nicht ein Minimum an Gerechtigkeit gibt. So lange Menschen wie Netanjahu, Trump, Blair und all die anderen brutalen Akteure einer imperialen Weltordnung nicht zur Rechenschaft gezogen werden, kann es keinen Weltfrieden geben. So lange das palästinensische Volk auch weiterhin als Geisel der Groß-Israel-Phantasien einer zionistisch-faschistischen Clique von nahezu der gesamten westlichen Polit-Elite unterstützt wird und selbst Völkermorde mitgetragen und mit Waffengeschenken begünstigt werden, wird es keinen Weltfrieden geben. So lange unabhängig von allen Kriegen im Schnitt jeden Tag 30.000 Menschen in der Welt an Hunger sterben, wird es keinen Weltfrieden geben. So lange der Wunsch, dass das Recht über die Macht siegt von den Mächtigen mit Füßen getreten wird und die brutalste Macht über das Recht siegt, wird es keinen Frieden geben. Und so lange Medien als Hofberichterstatter jede „Kriegstüchtigkeit“ fördern, wird es in Deutschland niemals Frieden geben. Und Deutschland steht hier als selbstverschuldetes Führungsexempel einer untergehenden westlichen Kultur, der sich Deutschland vollständig eingebettet hat. Ein Deutschland ohne Religion, ohne Vision, erschöpft im Widerstreit zwischen chaotischer Masseneinwanderung und dem fragwürdigen Selbstzweck, die deutsche Ethnie zu bewahren – all dies geschieht auf dem Kartenhaus eines seelenlosen Materialismus im Endstadium des Kapitalismus [4].
Doch was hat das alles mit einer Metro-Station im Iran zu tun? Zur Rettung der Welt und der Menschheit bedarf es Visionen, die die Minderheit der verbliebenen menschlichen Menschen nicht nur anzieht, sondern auch zusammenführt. Die Vision eines neu erblühenden Deutschlands in Wahrheit und Gerechtigkeit ist keine Utopie. Und solch ein Deutschland könnte zum Leuchtturm für Frieden in der Welt aufsteigen. Allerdings bedarf es dafür neuer Orientierungen. Und es wäre keine sprachliche Spitzfindigkeit, wenn jene Orientierung ausgerechnet aus dem Orient käme. Die Islamische Republik Iran hat im sogenannten 12-Tage-Krieg bewiesen, wozu ein Volk fähig sein kann, wenn es seine Würde und Souveränität verteidigen möchte [5]. Keiner anderen Nation ist es bisher gelungen die gemeinsame Streitmacht von USA und Israel gemeinsam so zurückzuschlagen, dass sie unbedingt einen Waffenstillstand angestrebt haben, selbst wenn die eigenen Opfer groß waren.
Ein Souveränes und seine beraubte Würde wiederentdeckendes Deutschland, würde dann nicht mehr Stellvertreterkriege der Imperialisten gegen Russland mitanführen wollen, sondern sich für einen Weltfrieden vor allem mit diplomatischen Mitteln einsetzen. Weltfrieden bedeutet Gerechtigkeit. Weltfrieden bedeutet wahre Freiheit und Respekt. Weltfrieden bedeutet, dass der Mensch zurück zu seiner Menschlichkeit findet und nur denjenigen Verantwortung auferlegt, die jener Verantwortung würdig sind.
Eine Metro-Station in Teheran kann zumindest zum Nachdenken anregen. Wer war die Heilige Maria und was hat sie für ein wunderbares Leben gelebt, bevor sie wundersam Mutter Jesu wurde. Der faszinierende Film über das Leben der Heiligen Maria, der im Jahr 2001 in der Islamischen Republik Iran gedreht worden ist, dürfte der mit Abstand schönste Film sein, der über das Leben dieser opferbereiten Frau veröffentlicht wurde. Als Mehrteiler ist er in englischer Sprache frei zugänglich [6]. Dabei wird deutlich, dass solch eine Heiligkeit durch ein vorbildhaftes Leben errungen wird, selbst wenn viele Menschen wenig über jenes Leben wissen.
Würden die Menschen die Wahrheit über das Leben eines Ernesto Cardenal heute kennen, würden sie seine Schriften und Aussagen verfolgen – Gott habe ihn selig [7]. Und würden die Menschen sich nicht so sehr von der „Mullah-Regime“-Propaganda westlich-imperialistischer Hofschreiber beeinflussen lassen, würden sie das Leben Imam Chameneis studieren und würden möglicherweise mehr verwundert und fasziniert sein, als sie es sich heute vorstellen können [8]. Sie könnten dann möglicherweise verstehen, warum ihn seine Anhänger als Heiligkeit der Zeit sehen [9].
Die Welt befindet sich in einem Wandel historischen Ausmaßes. Wenn Deutschland in diesem Wandel nicht mit dem untergehenden Imperium im Chaos versinken will, muss es eine neue friedliche und menschenwürdige Zukunft anstreben. Und dann gibt es ja vielleicht eines Tages auch eine U-Bahn-Station in Deutschland, die der Heiligen Maria gewidmet wird. Das wird aber erst dann möglich sein, wenn verhindert wird, dass Parteien, die das Christentum mit ihrer Politik auf den Kopf stellen, ein „C“ im Parteinamen tragen. Für solch eine Verhinderung bedarf es keines Gesetzes, sondern lediglich unserer Wählerstimmen.
[1] https://greekcitytimes.com/2025/10/15/te...ian-church-art/
[2] https://www.eslam.de/begriffe/k/kirchen_in_teheran.htm
[3] https://www.eslam.de/manuskripte/verfass...fassung_iri.htm
[4] https://eslamica.de/IDEAL-Islamisch-Demo...e-Allianz/B0134
[5] https://www.youtube.com/watch?v=akC_ixshCOI
[6] https://www.youtube.com/watch?v=OMpDif7E_Ac
[7] https://www.eslam.de/begriffe/c/cardenal_ernesto.htm
[8] https://eslamica.de/Imam-Khamene-i/B0018
[9] https://www.eslam.de/begriffe/h/heiligkeit_unserer_zeit.htm
