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Der rechte Islamhass gegen den Schwur auf den Quran

#1 von Yavuz Özoguz , 09.09.2025 09:37

Der rechte Islamhass gegen den Schwur auf den Quran

Vor wenigen Tagen entlud sich der rechte Islamhass mal wieder im Netz, weil eine britische Ministerin ernannt wurde, die ihren Amtseid auf den Heiligen Quran geschworen hat. Das Kuriose dabei ist, dass jene Ministerin bezüglich Einwanderung und Rückführung Eingewanderter striktere Positionen vertritt, als es sich die deutschen Rechten jemals erhoffen würden. Aber der Reihe nach:



Sogenannte Alternative Medien – ob rechts oder links – nehmen für sich in Anspruch die manipulatorischen Methoden des Main-Stream, wie das Verbreiten von Unwahrheiten, Halbwahrheiten oder das Unterschlagen von wichtigen Zusatzinformationen, nicht zu praktizieren. Bedauerlicherweise aber sind insbesondere die sogenannten „rechten“ Alternativen bezüglich Islam und Muslime kaum weniger manipulatorisch als der Main-Stream.

So titelte Auf1 vor wenigen Tagen: „Mit Amtseid auf Koran: Diese Frau ist jetzt Englands Innenministerin“ [1]. Und gleich im ersten Satz heißt es: „Die Islamisierung schreitet im Vereinigten Königreich weiter voran.“ Was war geschehen? In England fand eine Kabinettsumbildung statt, und die frühere Justizministerin Shabana Mahmood wechselte in das Ressort der Innenministerin.

England hat aufgrund seiner Kolonialgeschichte einen viel höheren Anteil an einheimischen Muslimen und geht auch ganz anders mit ihnen um. Shabana Mahmood, die 1980 in Birmingham als Tochter pakistanischer Einwanderer geboren wurde, ist eine britische Politikerin der Labour Party und promovierte Juristin. Ihr Studium der Rechtswissenschaften hatte sie zuvor im Jahr 2010 am Lincoln College in Oxford abgeschlossen und vertritt seither den Wahlkreis Birmingham Ladywood im britischen Unterhaus. Als sie im Juli 2024 zur Justizministerin ernannt wurde, schwor sie ihren Amtseid auf den Heiligen Quran und trug dabei symbolisch eine Art Kopftuch, was sie sonst nicht tut.

Betrachten wir zunächst den Akt des Amtseides mit Schwur auf den Heiligen Quran. Es ist für die zunehmende Zahl der Muslime in Deutschland sehr interessant zu beobachten, dass die sogenannte „Rechte“ niemals ausflippt, wenn deutsche Amtsträger nicht mehr die optionale Zusatzformel „so wahr mir Gott helfe“ verwenden, aber Probleme damit hat, wenn eine Muslima in England auf das ihr heilige Buch schwört, das ja selbst aus christlicher Sicht irgendwie mit Gott zu tun hat.

Möglich ist das in England durch den sogenannten „Oaths Act“. Das ist ein britisches Gesetz, das die Regeln zur Ablegung von Eiden in Gerichtsverfahren und im öffentlichen Amt festlegt. Traditionell geschah der Schwur auf die Bibel. Im Jahr 1978 (!) wurde das Gesetz reformiert und seither sind auch andere heilige Schriften (z. B. Koran, Torah, Gita) oder eine säkulare feierliche Bekräftigung, genannt „Affirmation“, ohne Bezug auf Gott möglich.

Shabana Mahmood ist nicht der erste britische Minister oder Ministerin, die den Amtseid auf den Quran abgelegt hat. Mohammad Sarwar (Labour): Erstmals 1997 ins Unterhaus (House of Commons gewählt für Glasgow Govan), war der erste britische Abgeordnete, der seinen Treueeid ausdrücklich auf den Quran leistete. Nusrat Ghani (Ministerin im Department for Business, Energy and Industrial Strategy) und Yasmin Qureshi (Labour-Abgeordnete für Bolton South East) hatten ebenfalls ihren Eid auf den Quran geleistet. Auch die erste türkisch-zypriotische Abgeordnete im britischen Parlament, Nesil Çalışkan, legte beim Betreten des Unterhauses den Eid auf den Quran ab. Eine besonders auffällige Form des Amtseides hatte der konservative Rehman Chishti abgeleistet. Er schwor seinen Eid zwar auf den Quran, aber gleichzeitig standen Torah und Bibel auf dem Pult, was seinen Respekt für alle Glaubensrichtungen symbolisieren sollte.

Unabhängig vom Amtseid stellt sich die Frage, welche Politik die neue Innenministerin Shabana Mahmood vertritt, insbesondere gegenüber Ausländern, was ja Kernthema aller Rechten in Deutschland und Österreich ist. Bereits als Justizministerin hat sie sich für eine schärfere Asyl- und Abschiebepolitik, was ja eigentlich die Sympathien der „Rechten“ hervorrufen müsste. Im Vorfeld ihrer Ernennung zur Innenministerin schlug sie zudem vor, ausländische Straftäter direkt nach Verurteilung abzuschieben, was andere Deportation nennen würden.

Zu ihrer aktuellen Agenda als Innenministerin gehören nach übereinstimmenden Medienberichten die Bekämpfung illegaler Einwanderung, Reform von Asylverfahren und Deutung des Menschenrechtsabkommens zugunsten weniger Flüchtlingen. Dazu zählt, dass sie Visa-Sanktionen gegen nicht kooperative Herkunftsländer einführen will [2]. Sie fordert einen stärkeren Grenzschutz und einen Fokus auf Rückführungen [3]. Im Rahmen einer Zusammenarbeit mit den Mitgliedsstaaten der Five Eyes (z. B. USA, Australien), betonte Mahmood ihre Absicht, irreguläre Migration über den Kanal zu reduzieren. Dabei setzt sie auf eine härtere Herangehensweise als ihre Vorgängerin.

Beschäftigt man sich mit der politischen Agenda dieser Frau, so übertrifft sie alles, was die „Rechten“ im deutschsprachigen Raum gerne realisieren würden. Einwanderungsbeschränkung und Rückführen sind doch – so sollte man glauben – Kernthemen der Rechten. Insofern müsste die Ministerin eigentlich eine Heldin der „Rechten“ sein. Doch das ist nicht der Fall. Vielmehr wird sie gehasst, weil sie auf den Quran geschworen hat.

Und so wird immer deutlicher, welche Aufgabe die neue „Rechte“ im Machtsystem der Herrschenden spielen soll. Sie sollen alle Unzufriedenen auffangen und letztendlich genauso gegen den Islam und die Muslime aufhetzen, wie es der Rest der Machteliten der Welt ohnehin tut. Der grausame Höhepunkt dieses Hasses spiegelt sich aktuell in Gaza wider. Was vornehmlich so aussieht wie der Schutz der eigenen Bevölkerung vor „Überfremdung“, „Überlastung der Sozialsystem“ und „Verlust der eigenen kulturellen Identität“ ist in Wirklichkeit nur ein weiterer Kampfflügel im hybriden Krieg im Kampf gegen den Islam und die Muslime. Das wird aktuell auch in Deutschland deutlich, wo der deutsche Innenminister faktisch den größten muslimischen Verband in Deutschland zu einem Bekenntnis zum Zionismus oder zumindest zur Schweigsamkeit gegenüber zionistischen Verbrechen zwingen will [4].

Inwieweit eine solche Politik gegenüber einer Weltreligion, die sich für Gerechtigkeit einsetzt, mittel- und langfristig nützlich für das eigene Volk ist, wird sich noch zeigen. Viele vergessen – Migration hin, Remigration her – dass auch in Deutschland der Islam die einzige wachsende Religion ist, was angesichts der katastrophalen urdeutschen Geburtszahlen auch in absehbarer Zeit unumkehrbar ist. Die aktuelle Schnappatmung der „Rechten“ bezüglich eines Amtseides auf den Quran hat jedenfalls nichts mit irgendwelchen traditionellen Werten oder der Verteidigung der eigenen Kultur zu tun. Sie outet die meisten „Rechten“ als das, was sie sind: Islamhasser! Doch eine Identität, die auf Hass gründet mag zwar kurzfristigen Populismus entfachen aber wird die Probleme, vor denen wir alle stehen, nicht lösen können.

Der gesamte Westen – nicht nur die Rechten – stehen heute am Scheideweg zwischen Kooperation mit dem Islam und den Muslimen auf der einen Seite oder Unterwerfung unter den Zionismus auf der anderen Seite. Die meisten Machthaber, insbesondere die deutschen, haben sich für den Zionismus entschieden. Die sogenannten „Rechten“, insbesondere die institutionalisierten, übertreffen die Machthaber darin sogar. Daher sollten die Deutschen sich nicht wurden, wenn sie am Ende des dritten Weltkrieges wieder diejenigen sein werden, die für ihre Schandtaten materiell wie moralisch zahlen müssen. Einzelne „Westler“ verlassen allerdings bereits das sinkende Boot. Am auffälligsten mag dabei Spanien wirken. Ausgerechnet das Land der Reconquista will nicht an der Seite der neuen Kreuzritter stehen. Andere Europäer wie die Niederländer und Belgier machen auch nicht mehr mit.

Wie aber ist es mit uns Deutschen? Gott ändert nicht die Lage eines Volkes, bevor es nicht das ändert, was in ihren Seelen rumort. So lange der Islamhass die deutsche Politik beherrscht, so lange Deutschland als einziges Land der Erde faktisch die Schia verboten hat, so lange Deutschland das einzige Land der Erde ist, in das kein Ayatollah einreisen kann, ohne befürchten zu müssen, festgenommen zu werden, so lange wird Deutschland die Konsequenzen tragen müssen, einmal mehr auf der Seite von globalen Verbrechern zu stehen. Die „Rechten“ wirken als Ventil für die Unzufriedenen und kanalisieren den Unmut gegen den Islam und die Muslime. Doch sowohl unter „Rechten“ als auch viel mehr noch unter „Linken“ gibt es Einzelstimmen, die zum Umdenken aufrufen. Noch finden sie wenig gehör. Aber das muss nicht so bleiben.

So möchte ich abschließend eine Geschichte weitergeben, die ich erst vor wenigen Tagen direkt von glaubhaften Augenzeugen gehört habe. Eine kopftuchbedeckte Muslima stand an der Kasse eines Supermarktes und merkte, dass sie für einen kleinen Artikel das Geld versehentlich zuhause vergessen hatte. Also ließ sie den Artikel an der Kasse stehen und lief um die Ecke nach Hause, um das Geld zu holen. Auf dem Weg wurde sie aus einem Polizeiwagen von zwei Polizisten angehalten. Kurz davor in Panik auszubrechen – sie hatte noch nie etwas verbrochen – übergab der eine Polizist ihr die Ware, die sie an der Kasse hatte liegen lassen. Jene Polizisten standen hinter ihr an der Kasse, ohne dass sie es gesehen hatte, und kauften den Artikel für sie. Die Frau war mehr als gerührt und bestand darauf, den Artikel zu zahlen. Aber die Polizisten lehnten es ab und sahen es als gute Geste! Wer weiß, wie viele solcher Geschichten es im Land gibt, von denen wir nie erfahren? Aber es sind Hoffnungsschimmer für eine veränderte Zukunft Deutschlands.

[1] https://auf1.tv/eilt/mit-amtseid-auf-kor...innenministerin
[2] https://www.theguardian.com/uk-news/2025...rce=chatgpt.com
[3] https://www.ft.com/content/9bcf3142-8399...rce=chatgpt.com
[4] https://www.welt.de/politik/deutschland/...-ultimatum.html
[5] https://www.deutschlandfunk.de/spanien-v...israel-100.html

Yavuz Özoguz  
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übliche & typische Einwanderungsheuchelei des Werte-Westens & woher kommt dieser extreme Islamhass???

#2 von Tobias Martin Schneider , 09.09.2025 19:27

Die übliche & typische Einwanderungsheuchelei des Werte-Westens:
https://youtu.be/5SR-jpIoKdw?si=GI8yCAyx1Myl_Cb5

Woher kommt dieser extreme Islamhass:
Woher kommt dieser extreme Islamhass?


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zuletzt bearbeitet 13.09.2025 | Top

RE: übliche & typische Einwanderungsheuchelei des Werte-Westens & woher kommt dieser extreme Islamhass???

#3 von Dr.Josef Haas , 12.09.2025 08:16

Es ist geradezu ekelhaft und widerlich, dass die sogenannte "Rechte" in Deutschland die Verbrechen Israels gegen das
palästinensische Volk weitestgehend mit Schweigen übergeht. Für dieses Verhalten kann man nur das alte deutsche
Sprichwort "Schweigen bedeutet Zustimmung!" anwenden. So ist es aber leider in der Realität.
Da lobe ich mir die hiesige Linke, die- von Ausnahmen abgesehen- den israelischen Genozid als solchen brandmarkt
und verurteilt. Traurig auch die Rolle der deutschen Vertriebenenverbände. Deren Hauptorgan, die "Preußische Allgemeine",
wird zum Beispiel nicht müde, das Vorgehen Israels gegen das Volk von Palästina immer wieder lobend hervorzuheben.
Von der neu-rechten Wochenzeitung "Junge Freiheit" in diesem Zusammenhang ganz zu schweigen....
Gut, lieber Herr Dr.Özoguz, dass Sie diesen Ihren Beitrag so formuliert haben und mit dem positiven Beispiel der Polizistenhilfe
ausklingen ließen!

Dr.Josef Haas  
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RE: übliche & typische Einwanderungsheuchelei des Werte-Westens & woher kommt dieser extreme Islamhass???

#4 von Dörte Donker , 15.09.2025 10:09

https://www.deutschlandfunk.de/ueber-100...london-100.html

Genauso wie hier. In London kommen 100.000e zusammen um gegen Migration zu demonstrieren, nicht gegen den Genozid in Gaza. Das Thema holt auch diese Rechten nicht aus dem Sessel. Und das in einem Land, das viele Jahrhunderte führend war in Sachen Kriege anzetteln und als Speerspitze des Imperialismus ein-viertel der Fläche der Erde besetzten, ausbeuteten, Einheimische unterdrückten und sie bei dem kleinsten Mucks zu töteten. Würde mich nicht wundern, wenn der Schwur auf den Koran Auslöser war. Versteht mich nicht falsch, es muss in Europa über Migration und deren Praktiken geredet werden und auch gehandelt werden, aber es gibt doch Prioritäten. Sie verstehen einfach nicht, dass wir bei bestimmten Themen einfach in einem Boot oder ähnlichen Boot sitzen, denn der Vernichtungsfeldzug gegen die Schwächsten wird sich auch eines Tages unabhängig von Religion und Hautfarbe, gegen die Schwächsten in den Ländern Europas richten. Unten wird ja jetzt schon gezielt gegeneinander aufgehetzt und glaubt mir, das ist kein Zufall. Das ist Agenda, bis hin zur gezielten Massenverarmung wegen KI und Verteilungskämpfen und Bürgerkrieg.


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