Stellungnahme zur Äußerung von Ex-Außenministerin Hillary Clinton am Israel Hayom Summit
Das Lemkin Institute for Genocide Prevention and Human Security erklärt, dass die jüngsten Äußerungen der ehemaligen US-Außenministerin Hillary Clinton beim Israel Hayom Summit am 2. Dezember als Verharmlosung oder Leugnung von Völkermord zu bewerten sind.
Clinton stellte zwar fest, dass der Rückgang der Unterstützung Israels unter US-Wählern weniger eine parteipolitische als vielmehr eine generationenbezogene Entwicklung sei. Dennoch führte sie diesen Trend hauptsächlich auf ein Problem der öffentlichen Wahrnehmung zurück: Israel habe „die schlechteste öffentliche Darstellung aller Gruppen“, und junge Menschen würden sich von „reiner Propaganda“ auf Plattformen wie TikTok beeinflussen lassen.
Nach Ansicht des Instituts trifft diese Analyse nicht den tatsächlichen Grund dafür, warum viele junge Menschen kritischer gegenüber Israel eingestellt sind. Sie hätten nicht einfach Propaganda konsumiert, sondern über zwei Jahre hinweg Videos und Berichte über schwere Gewalt und potenzielle Völkermordhandlungen in Gaza gesehen – von Journalistinnen und Journalisten, Betroffenen vor Ort sowie Soldatinnen, Soldaten und Zivilpersonen.
Das Institut erklärt, dass es kein überzeugendes Gegenargument zu der Fülle an Rohmaterial gibt, das weltweit verbreitet wurde. Junge Menschen handelten nicht aus Naivität, sondern aus Ablehnung gegenüber der Gewalt gegen Zivilbevölkerung – etwas, das auch Clinton selbst berücksichtigen sollte.
Clinton erwähnte in ihrer Rede keine konkreten Gewalttaten oder die massiven zivilen Verluste, sondern konzentrierte sich auf die Schwierigkeit, die öffentliche Darstellung zu kontrollieren. Aus Sicht des Instituts ist es daher irreführend, soziale Medien allein für die Veränderung der öffentlichen Meinung verantwortlich zu machen.
Das Statement weist darauf hin, dass große Menschenrechtsorganisationen, internationale Institutionen und viele Expertinnen und Experten die Gewalt in Gaza als Völkermord oder als Handlungen bezeichnet haben, die die Schwelle zum Völkermord erreichen. Clinton wird empfohlen, sich mit diesen Berichten auseinanderzusetzen.
Abschließend betont das Institut, dass junge Erwachsene weltweit zunehmend nicht bereit sind, Völkermord zu akzeptieren oder zu ignorieren, unabhängig davon, ob er von Staaten, internationalen Akteuren oder politischen Führungspersonen verharmlost wird.
Quelle:
https://www.lemkininstitute.com/statemen...el-hayom-summit