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Religion & Politik im Islam

Das verratene Volk

 von Dr.Josef Haas , 04.02.2015 21:34

Das verratene Volk

Die brutale Heimatvertreibung von mehr als 800.000 palästinensischen Männern, Frauen und
Kindern liegt nun schon mehr als 65 Jahre zurück- doch dieses zionistische Menschheits-
verbrechen ist damit noch lange nicht verjährt!
Umso erfreulicher, dass sich die davon Betroffenen nicht mit diesem so furchtbaren Unrecht
abgefunden haben und ihr Protest dagegen mehr als nur leere Worte beinhaltet.
Stattdessen haben ihre Selbstverteidigungsorgane, also die Freiheitsbewegungen Hamas und
Hisbollah, nach wie vor über Zuspruch und Zustrom aus den Reihen der jüngeren Generation
keine Klage zu führen.
Doch wie es schon ein altes deutsches Sprichwort sagt: "Wo Licht ist, ist auch Schatten!"
Gegenüber diesem so beeinruckenden Idealismus der Bevölkerung Palästinas, die trotz aller
materiellen Übermacht des israelischen Staatsterrorismus versucht, das ihr von den USA und
deren Komplizen vorenthaltene Recht zurückzugewinnen, sollte nämlich die nachgerade
schäbig zu nennende Feigheit vieler arabischer Staaten nicht verschwiegen werden.
Ein besonders widerliches Beispiel für diesen Verrat gegenüber dem Recht des
palästinensischen Volkes auf Selbstbestimmung liefert leider- einmal mehr- die Sisi-Diktatur
Ägyptens.
In ihrem Machtbereich geschah bekanntlich am 30.Januar ein Verbrechen unvorstellbaren
Ausmaßes, bei dessen bloßer Erwähnung sich jeder anständig gebliebene Muslim für diesen
vorgeblichen Glaubensbruder in Kairo nur aus vollem Herzen schämen kann.
In diesen Tagen und Wochen, wo der Aggressor Israel wie schon seit langer Zeit vor seinem
bestialischen Terror gegenüber der Bevölkerung von Gaza und des Westjordanlandes
nicht zurückschreckt, wagte es dort ein sog. "Gericht", die Ezzedin-Quassam-Brigaden, also
die Wehrorganisation der Hamas, in die Liste der "Terrorgruppen" aufzunehmen.
Wie so häufig in der Vergangenheit dürfte dieser perverse Willkürakt des Zionistenknechtes
mit ägyptischer Staatsangehörigkeit, also des Herrn Sisi, in den Kreisen der Palästinasym-
pathisanten mehr oder minder und aus welchen Gründen auch immer einem allgemeinen
Desinteresse anheimgefallen zu sein.
Letztlich stellt er aber mit das größte bislang verübte Verbrechen des seinerzeitigen
Putschgenerals und heutigen Präsidenten Ägyptens dar.
Mit diesem seinem erneuten Rechtsbruch stellt er sich nämlich, und dies will etwas heißen!,
in eine Reihe mit dem aus dem moldawischen Rotlichtmilieu hervorgegangenen und infolge-
dessen für den Tel Aviver Außenministerposten geradezu prädestinierten Avigdor Lieberman,
der schon wieder von der "Notwendigkeit eines neuen Gazakrieges" redet, welcher
natürlich erneut Tausende von Menschenleben kosten würde.
Der jüngst erfolgte Beschuß palästinensischer Einrichtungen in Gaza durch ägyptische
Streitkräfte mag ja hierfür schon als Ouvertüre gedient haben.
Diese Schandtat des israelhörigen Kairoer Regimes stellt aber natürlich auch die Frage nach
den w i r k l i c h e n Verbündeten Palästinas.
Hier konnte man bis vor kurzem mit bestem Gewissen stets den Iran nennen, der sich trotz
aller westlichen Einschüchterungsversuche niemals scheute, seinen Hilfsverpflichtungen
gegenüber den Palästinensern nachzukommen.
Leider ist aber hier seit dem Präsidentenwechsel von Mahmoud Ahmadinedschad zu Hassan
Rohani doch eine gewisse Veränderung feststellbar.
Man wird mir hier, wie bereits in der Vergangenheit geschehen, nun entgegenhalten, dies sei
angesichts der Einstellung von Ayatollah Khamenei zu vernachlässigen.
Die am 2.Februar bei IRIB zu findende Kritik aus dem Munde des führenden Hamas-Repräsentanten
Mahmud al-Zahar an der "zurückgegangenen iranischen Hilfe" gegenüber dem kämpfenden
Palästina spricht hier aber meines Erachtens eine mehr als deutliche Sprache, welche keinesfalls
mit irgendwelchen Floskeln relativiert werden sollte.
Der Hintergrund dieser mehr als traurigen Angelegenheit liegt dabei natürlich auf der Hand und
läßt sich auf den von den USA und Israel inszenierten Bürgerkrieg in Syrien zurückführen, wo sich
die Hamas gegen den dortigen rechtmäßigen Präsidenten Baschar al Assad stellte und deswegen
von Teheran seitdem sehr distanziert betrachtet wird.
Ein äußerst bedauerlicher Tatbestand, der den Zionisten und ihren willfährigen Washingtoner
Ablegern noch eine weitere Trumpfkarte in die Hände gespielt hat, können sich diese
Weltbrandstifter doch nun neben dem dortigen Gemetzel auch noch über das schlechte
Verhältnis zwischen dem Iran und der Hamas freuen.
Daher bleibt, und dies kann und darf nur die Schlußfolgerung dieser schlimmen Verstimmung
sein, für die Zukunft der gemeinsame Schulterschluss aller wirklichen Patrioten gegen die
Verursacher des palästinensischen Elendes, also die USA und Israel,nicht nur eine Sache des
Anstandes bzw. der Moral, sondern ein Ruf des Glaubens.
Sollte er allerdings, wie schon so häufig, wirkungslos verhallen, wäre dies Blasphemie
(Gotteslästerung) schlimmsten Ausmaßes, deren Folgen den schändlichen "Mohammed-
Karikaturen" in der westlichen Welt durchaus gleichkäme!

Dr.Josef Haas
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