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Religion & Politik im Islam

RE: Eintragung als "muslimisch" abgelehnt

 von Hans Pütz , 14.05.2013 14:29

Liebe Frau Özuguz,

Sie stellen 2 Fragen.

Warum erfolgte die Neuregelung das nur noch Angehörige anerkannter Körperschaften ihre Religionszugehörigkeit eintragen lassen können? Warum können nur einzelne organisierte Gemeinschaften einen Antrag auf Anerkennung stellen?

Die Neuregelung wurde gewählt, weil die Flut der gewünschten Einträge unüberschaubar wurde. Humanisten, Satanisten, Esoteriker, Neue Weltdiener etc. begehrten Eintrag und es sollte sichergestellt werden, dass es sich nicht nur um vorübergehende Modeerscheinungen handelt. Diesen Sinn und Zweck erfüllt die Neuregelung meines Erachtens. Ich gebe Ihnen im Ergebnis Recht, dass eine so große Glaubensgemeinschaft wie die der Muslime mit dem neuen Recht nicht zu ihrem Recht kommt. Ich hätte aber auch keine direkte Idee, wie man es denn besser regeln könnte. Ich gehöre einer als Verein organisierten hinduistischen Gemeinde an und habe auch keine Chance dies in meinen Personenstandspapieren eintragen zu lassen.

Das nur einzelne organisierte Gemeinschaften einen Antrag auf Anerkennung stellen können liegt ganz einfach daran, dass eine Körperschaft eine gewisse Organisationsstruktur haben muss. Eine Körperschaft muss vertreten werden. Wer sollte etwa die christlichen Kirchen vertreten. Glauben Sie, dass Katholiken und evangelische Christen sich in dieser Frage einigen könnten. Was ist dann mit den fundamentalistischen christlichen Splittergruppen? Wer vertritt die? Bei den hinduistischen Gemeinden wäre es auch nicht denkbar, eine gemeinsame Vertretung zu finden. Ob das bei den islamischen Gemeinden möglich wäre, kann ich nicht wirklich beurteilen.

Bitte bedenken Sie auch, dass es sich um eine Regelung des zivilen Personenstandsrechts handelt. Ich könnte auch ganz gut nachvollziehen, wenn man die Religionszugehörigkeit ganz gestrichen hätte. Denn die hat mit dem auf dem Bürgerlichen Gesetzbuch fußenden Standesrecht nicht wirklich etwas zu tun. Seit der Rechtsreform werden übrigens auch keine akademischen Titel mehr eingetragen. Das führt in der täglichen Arbeit zu größeren Diskussionen als die Frage der Religionszugehörigkeit.

Langer Rede kurzer Sinn: Die Neuregelung hat definitiv ihre Schwächen, ist deshalb aber nicht von vornherein bescheuert, sondern vom Verwaltungsstandpunkt her ganz gut verständlich und ich habe auch schon in Papieren hinter dem Eintrag „Sonstige“ die Erläuterung „muslimisch“ gelesen.

Der Antrag der alivitischen Gemeinde Deutschland auf Anerkennung als Körperschaft ist noch nicht beschieden worden.

Ich wünsche Ihnen alles Gute, Ihr


Hans Pütz

Hans Pütz
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