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Religion & Politik im Islam

Eingschränkte Differenzierungsfähigkeit des BMI

 von Muhammad Krüger , 22.01.2012 10:03

Das besagte Kapitel fängt sehr interessant an.

Ich habe mich gefreut, gleich im ersten Satz zu lesen:
"Der Begriff „Antisemitismus im Islamismus“ ist
nicht frei davon, falsch interpretiert zu werden.
So beschreibt „Islamismus“ nicht die Zugehörigkeit
zur Religionsgemeinschaft des Islam – wie manchmal
in der synonymen Verwendung des Begriffs
„Islamisten“ für „Muslime“ zu beobachten –,
sondern bezeichnet eine politische Ideologie, wie
sie einschlägige islamistische Organisationen oder
Staaten verkörpern. "


und etwas weiter:
Weitgehend unbestritten ist in Wissenschaft und
Politik, dass der Islamismus eine neuzeitliche politische
Ideologie darstellt, die vom Islam, einer im
siebten Jahrhundert auf der Arabischen Halbinsel
entstandenen Religion, zu unterscheiden ist.


Gefreut deshalb, weil das BMI hier das macht, was aufgeklärte Muslime bereits
seit Jahren tun: Ihrer Umwelt mitzuteilen dass Zionismus eine neuzeitliche
politische Ideologie darstellt, die vom Judentum, einer auf der arabischen Halbinsel
entstandenen Religion, zu unterscheiden ist.
(Der BMI-Report greift hier fast unmittelbar zur islamischen Wortwahl.)

Dass weiterhin Israel kein Judenstaat sondern ein Zionistenstaat ist.

Und dass diese aufgeklärten Muslime gerade wegen dieses Bewusstseins definitiv nicht
beabsichtigen, "die Juden ins Meer zu schmeißen". Auch das weiß das BMI genau!


Dem BMI ist also explizit bewusst, ja definiert es sich im ersten Satz zurecht,
dass "Islamismus" eine politische Strömiung ist.
Und dass der auch Zionismus eine politische Strömung ist.

Wenn Islamismus und Zionismus zwei politische Strömungen sind,
warum berichtet das BMI dann unter der "religiösen" Rubrik "Antisemitismus"?

Mal abgesehen davon, dass der BMI-Report mit keinem einzigen Wort definiert,
was "Antisemitismus" überhaupt ist!
Ist das Unwissenheit oder gewollte Verschleierung?

Umso nebelhafter, wie auf dieser fehlenden Definition sogleich ein Credo errichtet wird:
"... muss die Bekämpfung all seiner (Anm.: Antisemitismus) aktuellen Erscheinungsformen
als Teil der bundesrepublikanischen Staatsräson begreifen."



Auf der anderen Seite wird der Islamischen Republik Iran unterstellt, ihre Staatsdoktrin
sei antizionistisch.

Nirgendwo in der iranischen Verfassung steht auch nur irgendetwas, was sich im
Entferntesten als Antisemitismus interpretieren ließe.

Eintreten für Gerechtigkeit ja, und dass jedes Wesen auf dieser Welt das Recht hat,
Iran um Schutz vor Unterdrückung, Entrechtung und Vervolgung zu ersuchen.

Im Fall Palästinas hat das Ausmaß der Entrechtung biblische Ausmaße erreicht:
eine ganze Nation wurde entweder zur Flucht außer Landes gezwungen oder befindet
sich unter menschenverachtenden Repressalien oder unter Bombenhagel.

Verusrsacher ist einzig das zionistische Regime in Israel.


Umso unsachlicher und unrichtiger ist die Bezeichnung vom "khomeinistische Vernichtungsantisemitismus",
den der BMI-Bericht verwendet.

Daran wird sehr deutlich, dass das Maß an Ideologie in diesem Report erheblich ist:
Der Report lässt starke zionistische Einflüsse erkennen:


Antisemitismus wird nicht definiert, aber seine Bekämpfung wird zur Staatsräson definiert.

Dahinter verbirgt sich nicht religiöser, kultureller oder ethnischer Schutz,
sondern der unreflektierte, rigorose Schutz Israels.

Dagegen wird Iran auf unsachlich bis verleumderische Weise unterstellt, dort sei
"Khomeinistischer Vernichtungsantisemitismus" Staatsdoktrin.

Das Maß an zionistischer Ideologie in diesem Report ist beträchtlich.


Muhammad Krüger
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