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Religion & Politik im Islam

Gottes Liebe für die Menschen durch Corona

 von Yavuz Özoguz , 26.03.2020 09:58

Gottes Liebe für die Menschen durch Corona

Wer wollte bezweifeln, dass Corona auch ein Gottesgeschöpf ist? Doch nur diejenigen, die ihren eigenen Schöpfer verleugnen. Unter den Gottesehrfürchtigen gibt es jetzt aber manchen, der darauf hinweisen wird, dass doch viele Menschen an dem Virus sterben. Ja, das Leben endet immer tödlich oder anders ausgedrückt: Wer nicht Märtyrer wird, der wird sterben [1]. Zweifelsohne darf ein Mensch sich nicht künstlich in eine Gefahr bringen, wenn es dazu keine vernünftige Veranlassung gibt, aber so lange der Sinn des Lebens nur im irdischen Leben besteht, wird jener Sinn auf Dauer nicht erfüllbar sein. Erst wenn man den wahren Sinn des Lebens verinnerlicht hat, die höchste Stufe der Liebe erklimmen zu dürfen, werden die Geschehnisse im richtigen Licht beleuchtet.



Ein Vers des Heiligen Quran verdeutlicht den fehlerhaften Blick, wenn der Mensch ausgehend von falschen Grundsatzannahmen zu falschen Schlüssen kommt:

„…Doch es mag sein, dass ihr etwas verabscheut, während es gut für euch ist, und es mag sein, dass ihr etwas liebt, während es übel für euch ist. Und Allah weiß es, doch ihr wisset es nicht.“ (2:216)

Was aber soll gut an dem Corona-Virus sein? Die Liste des Segens, der mit diesem Virus zusammenhängt, ist beachtlich.

Erstmalig in vom gesamten Westen seit sechs Jahren mitgetragenen mörderischen Krieg gegen die jemenitische Bevölkerung hat eine westliche Organisation dazu aufgerufen, die Luftangriffe (des Westens) gegen die Jemeniten einzustellen. UN-Generalsekretär Antonio Guterres rief unter anderem die westliche Kriegskoalition unter Führung von Saudi-Arabien (bzw. deren Herren USA) dazu auf, „die Waffen zum Schweigen zu bringen und Artillerie und Luftangriffe zu stoppen” [2]. Ohnehin tut sich in Saudi-Arabien Erstaunliches. Während die Prinzen und Möchtegernkönige sich gegenseitig bekämpfen und umbringen, hat die islamische Welt zum ersten Mal seit Jahrzehnten gesehen, wie es theoretisch möglich sein kann, dass der Erlöser ungestört von erdrückenden Massen am Schwarzen Stein bei der Kaaba in Mekka stehen und die Treueide der 313 Abgesandten der Welt entgegen nehmen könnte. Dazu eine deutsche Anekdote. Der Artikel §313 des BGB sieht eine Force-Majeure-Klausel oder zu Deutsch "Ausnahmeregel bei höherer Gewalt" vor. Möge jene höhere Gewalt bald eintreten!

Was weder das irakische Volk, das irakische Parlament oder gar die Widerstandsgruppen im Irak geschafft haben, schafft ein kleiner Virus, der noch dazu im Irak gar nicht so intensiv wütet. Frankreich zieht seine Truppen aus dem Irak ab [3]. Auch Deutschland tut das, nennt das aber nicht so [4]. Das offensive Nato-Manöver mit dem heuchlerischen Namen „Defender“ wird abgesagt und erstmalig regen sich auch einfache deutsche Bürger über zu viele US-Truppen auf deutschem Boden auf [5]. Sämtliche Staaten, die den USA bei ihren Kriegseinsätzen der letzten Jahre intensiv geholfen haben, sind so sehr mit der Corona-Abwehr beschäftigt, dass kaum Gelegenheit für weitere Aggressionen bleibt. Gleichzeitig zeigt die westliche Politik, wie sie keinerlei Mitleid mit fliehenden Menschen mehr hat. Die gesamte Heuchelei der westlichen Menschenrechte wird aufgedeckt.

Wer immer noch nicht verstanden hat, welch ein Verbrechersystem Israel ist, bekommt jetzt wohl eine der ultimativen Chancen dazu. Der israelische Ministerpräsident und Chef der konservativen Partei Likud, Netanjahu, treibt im Schatten der Corona-Krise zwei Gesetzesentwürfe voran: In dem einen geht es um die Annexion der Westbank, in dem anderen um die Hinrichtung von palästinensischen Gefangenen [6].

Der Kapitalismus zeigt weltweit sein wahres Gesicht auch für diejenigen, die immer noch nicht verstanden haben, welches grundlegende Verbrechen jenes System bedeutet. Zwei-Billionen-Dollar drucken die USA [7] gerade für ihre unersättlichen Superreichen und eine weitere Billion die Europäer [8]. Um den Wahnsinn zu verstehen, genügt eine Aufteilung auf die Weltbevölkerung: Das bedeutet, dass jeder Erdenbürger von klein bis groß, von arm bis reich 400 Euro in die Hand gedrückt bekommen könnte allein durch das, was die Europäer und Amerikaner an Geldern „erschaffen“. 400 Euro würde in vielen Regionen der Welt ausreichen, damit der Empfänger ein Jahr nicht verhungern muss. Dennoch sterben weiterhin im Schnitt 30.000 Menschen jeden Tag an Hunger auf diesem Erdenrund. Doch selbst jene astronomischen Summen mit den besten Wissenschaftlern der Welt reichen nicht aus, um ein einfaches Zeichen Allahs abzuwehren.

Genau jenes Zeichen ist aber auch eine Stärkung des Glaubens vieler Muslime. Es gehört zu den dringenden Grundlagen des Glaubens, dass ein Muslim glaubt, dass Allah die Weltlage von einem Moment auf den anderen verändern kann. Er muss glauben, dass der Erlöser schon morgen kommen könnte. Die kapitalistisch-materialistische Irrlehre hat aber die westlich geprägte Menschheit dazu erzogen zu glauben, dass mehr oder minder alles berechenbar sei und „Überraschungen“ kaum vorstellbar seien oder ins Reich der Wunder gehören, die aber heutzutage kaum noch eintreffen. Jetzt haben wir das weltweite Wunder.

Während viele Staaten der westlichen Welt gerade unter der Last zusammenbrechen, obwohl sie zu den reichsten der Welt gehören, während viele Bevölkerungen die Notstandsmaßnahmen der „Demokraten“ klaglos hinnehmen und die wirtschaftlichen Folgen noch gar nicht absehbar sind, überwindet die Islamische Republik Iran alle Schwierigkeiten, obwohl das Land mit den historisch schlimmsten Sanktionen der Menschheitsgeschichte bekriegt wird. Jedes andere Land hätte unter vergleichbaren Umständen den Untergang erlebt. Doch der Iran tritt aus jeder Krise stärker hervor als je zuvor. Sie sind das erste Land, dass seit Jahrzehnten US-Soldaten in einer US-Basis beschossen hat – als Vergeltung für einen US-Terrorangriff – und die USA haben sich im Anschluss aus Angst zu viele Soldaten zu verlieren ruhig verhalten Und Gerhinrerschütterungen neue Berühmtheit gewährt. Immer mehr Menschen in der Welt fragen sich, wie der Iran das schafft und was den Iran so auszeichnet, dass er trotz schwierigster Umstände seinen Weg der islamischen Befreiungstheologie unbeirrt voranschreitet. Und immer mehr Menschen finden so den Weg zu den Lehren der Heiligkeit unserer Zeit Imam Chamenei.

Aber auch in muslimischen Gemeinden in Deutschland eröffnen sich Gelegenheiten und Chancen, die sie vorher kaum hatten. Jeder kann jetzt sehen, welche Gemeinden sich ersatzlos zurückziehen und welche versuchen Alternativangebote zu etablieren. Jeder kann sehen, wie einige Gemeinden in der Situation „einschlafen“ und andere wacher sind als vorher. Gelehrte, die nie zuvor im Internet gepredigt haben, werden jetzt geradezu dazu gezwungen bei der intensiveren Vernetzung der Aktiven mitzuwirken.

Zweifelsohne ließe sich diese Liste noch lange fortsetzen im Rahmen der internationalen Politik wie auch im privaten Rahmen. Wie viele Gewohnheiten werden jetzt vermisst, ohne dass wir ihren Wert zu schätzen gewusst haben, so lange es nur Gewohnheiten waren? Und wie viel intensiver beten jetzt einige, die gestern noch die Kraft des Gebets unterschätzt haben? Gott braucht unser Gebet nicht, aber wir brauchen den Segen des Gebets. Es sind die Schwierigkeiten, die uns den Wert des Gebets besser wertschätzen lehren. In der muslimischen Welt weinen Menschen, weil sie das Gemeinschaftsgebet in der Moschee nicht mehr beten können. Die Aussage Zaynabs: „Ich habe nichts anderes gesehen als Schönheit“, wird tagtäglich verständlicher.

In jeder Krise steckt auch eine Chance, in jedem Unheil ein Heil. Die Vergänglichkeit des Lebens so vergegenwärtigt zu bekommen, wie es derzeit der halben Erdenbevölkerung vorgeführt wird, ist eine Riesenchance für uns alle.

Imam Chamenei hat in seiner längeren Ansprache zum persischen Neujahr gesagt: „Seit Beginn seiner Berufung zum Prophetentum befahl Gott dem Heiligen Propheten, Geduld bei der Konfrontation mit Feinden zu zeigen. Geduld bedeutet selbstverständlich nicht, untätig herumzusitzen, sondern die eigenen Ziele zu verfolgen und die eigene Moral aufrechtzuerhalten, wobei man voranschreitet“ [9].

In diesem Sinn sind wir alle Berufene, die Gnade erhalten zu haben, die Worte der Heiligkeit unserer Zeit vortragen und vorleben zu können.

[1] Wer nicht Märtyrer wird, der wird sterben
[2] https://twittersmash.com/news/jemen-rebe...einer-pandemie/
[3] https://de.sputniknews.com/politik/20200...h-truppen-irak/
[4] https://www.zeit.de/politik/deutschland/...daten-bundestag
[5] https://www.br.de/nachrichten/netzwelt/p...-uebung,RuFMKUt
[6] https://de.sputniknews.com/politik/20200...xion-netanjahu/
[7] https://www.handelsblatt.com/politik/int...eyr5is5YgsB-ap4
[8] https://www.rnd.de/politik/1-billion-eur...ASLVHHHZJA.html
[9] http://english.khamenei.ir/news/7447/US-...-and-terrorists


Yavuz Özoguz
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