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Religion & Politik im Islam

RE: Was ist los im Iran und was in Israel?

 von Michael Thomas , 02.01.2018 12:14

As-salamu alejkum!

Wir Deutschen können einfach nicht glauben, was tatsächlich unglaublich ist: entgegen allen Behauptungen existiert in Europa keine freie Presse.

Unter dieser Annahme fügt sich alles zusammen, ergibt alles ein einheitliches, durchgehendes und konsequentes Bild eines Räderwerks, dass deutsche und europäische Bürger zielgerichtet verschaukelt. Wenn man nur allein von der Tatsache ausgeht, dass die Eigenständigkeit des Iran als rohstoff- und einflussreiches Land als durchaus störend empfunden wird, hat man m.E. den Beginn des roten Fadens in der Hand.
In einer verblüffenden Kumpanei zwischen vielen Golfstaaten und dem nahezu ausnahmslos versammelten Westen soll die Welt für eine Nach-Öl-Ära neu geordnet werden. Hier kann nur Partner sein, wer das Wohl seines Bankkontos dem seiner Mitmenschen vorzieht und bereit dazu ist, alle notwendigen Kriege, Destabilisierungen und sonstige Massaker dafür vorzubereiten und anzurichten.

Und dem Diktat ordnet sich die Presse freiwillig unter.

Die Abwesenheit staatlicher Zensur bedeutet ja noch lange nicht, dass wir eine "objektive, freie, neutrale" Presse hätten, die frisch von der Leber weg ausschließlich nur handverlesene und geprüfte Fakten liefern würde, die nur der Wahrheit verpflichtet wären. Die Presse ist ein Gewerbe und so hat sie ein Interesse daran, die einfachsten Gefühle von Menschen anzusprechen, hochzuheizen und publizistisch auszubeuten, um möglichst große Auflagen zu erzielen. Deshalb wird man in unserer Presse niemals lesen, dass die Islamische Republik Iran ein "freundlicher Staat" wäre. Iran wird grundsätzlich immer als wahrscheinlich feindselig, rückständig, hetzerisch und als Kriegstreiber wahrgenommen. Es hat sich eine sehr freundliche und auf gegenseitige Unterstützung basierende Reihe von lockeren Beziehungen zwischen Politik und Presse etabliert, die die Bevölkerung von zwei Seiten mit den gleichen Bildern traktiert.
Im Falle Israel gibt es die gleiche Strategie: vereinfacht ausgedrückt, widmet Europa neben den USA und Israel selbst jeder hilflosen, in einem Feld harmlos niedegegangenen Qassam-Rakete ganzseitige Schreiereien und fabuliert über das unendliche Leid, das diese Rakete über ganz Israel gebracht hatte, widmet Radioreportagen über schreiend in bunker flüchtende Kleinkinder und weinende Mütter. Die Blutspur, die Israel jeden einzelnen Tag durch sich selbst, durch das Westjordanland und durch den Gaza-Streifen durch willkürliche Verhaftungen, Erschießungen und Folter zieht, findet in unseren Medien hier im Grunde gar nicht statt.

Unsere europäischen Bevölkerungen werden konditioniert.
Die "Demokratie" Europas folgt der Idee von Erich Fromm und wird nur noch von "Priestern" propagiert und als sozusagen heilige Idee in einer Monstranz hochgehalten. Dass sie gleichzeitig von innen ausgehöhlt und unwirksam gemacht wird, ist dabei Nebensache. Diese "Demokratie" gaukelt uns ja auch vor, dass eine Angela Merkel angeblich Bundeskanzlerin wäre - obschon sie "netto" von nur wenigen tatsächlich gewählt worden war. Ihr Ergebnis in 2013 betrug für die CDU 41,5 Prozent, was nach einer Wahlbeteiligung von 71,5 Prozent einer Zustimmung von knapp 30 "echten" Prozent entsprach. Eine Demokratie, die keine "Demokratie" sein will, müsste soetwas selbstverständlich unterbinden.
Mit dem selben Mechanismus, mit dem Deutschland zu einer "Demokratie" erklärt wird, kann man auch aus dem Iran eine "menschenfeindliche Despotie" machen - hier reicht es einfach aus, ein paar unliebsame Informationen entweder überhaupt nicht zu bringen, einfach zu unterdrücken oder so umzubiegen, dass sie wieder ins Bild passen. Der deutsche Michel merkt das nicht. Er ist weder kritisches Denken gewöhnt, noch hat er Spaß daran. Er glaubt viel lieber Institutionen und Medien, die ihm gefallen und sympathisch sind. Wie das im Exzess funktionieren kann, zeigen uns gerade die USA: noch nicht einmal eine klar und unmissverständlich als Lüge geoutete "Information" richtet sich gegen den, der sie nutzt.

Und deshalb sind auch Vergangenheitskorrekturen recht leicht möglich: es wäre z.B. vollkommen sinnlos europäischen Bürgern anhand von Fakten erklären zu wollen, dass der Antisemitismus aus Europa in den Nahen Osten gebracht worden war und nicht etwa umgekehrt. Sie würden alle den Kopf schütteln und etwas von "dreckigen Islamisten" antworten, die solches behaupten würden. So wird es vermutlich auch jetzt schon völlig unmöglich sein, den Menschen den Iran als helle, freundliche Nation vorstellen zu wollen. Sie alle haben ihre Portion Manipulation in Form des Films "300" gehabt, die ihnen Persien als brutale, bestialische, steinzeitliche und regelrecht ekelerregende Monstrosität vorgestellt hatte.
Israel wird uns als "Opfer" vorgestellt; wir alle sollen Israelis als hilflos, freundlich, friedlich und fröhlich wahrnehmen, die von schreienden, bombenden, aggressiven Muslimen vergewaltigt und vernichtet werden sollen. Deshalb dudelt man uns ihre Lieder, kaum eine Woche ohne israelisches Speiserezept in einem unserer angeblich so hochstehenden Medien wie SPIEGEL oder ZEIT vergeht, uns wird von Reisen in Israel vorgeschwärmt, wir lesen herzzreißende Stories und sehen eine Menge bunter Bilder von lachenden Israelis. Palästinenser hingegen sehen wir in all den Reportagen immer hasserfüllt, abgerissen, dumm, bewaffnet, fäusteschüttelnd.

Der Krieg der Wahrheit gegen die Lüge, der Herzen gegen das Geld ist meiner Meinung nach verloren.
Ich denke persönlich nicht, dass die Welt an einem sehr großen, womöglich weltumspannenden (Atom-?) Krieg herumkommen wird.
Wir, die deutschen Bürger, haben willentlich oder unwillentlich alles dazu Notwendige längst hergestellt, verkauft und geliefert. Geld, Waffen, politische Unterstützung sind bereits vor Ort. Deutsche U-Boote haben vermutlich ihre Zusatzausrüstung für den Abschuss von Atomraketen "made in Israel" bereits erhalten und die Besatzungen dürften im Rahmen der längst vorliegenden Feinplanung bereits daran trainieren. Es sind ungeheure Waffenmengen vor Ort und die Choreographie zwischen den Golfdespotien, Europa und den USA bedient das verbale Vorfeld schon mit hasserfüllten Botschaften und Drohungen.

Michael Thomas
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