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Religion & Politik im Islam

RE: Wie Deutschland die Existenz des Judentums gefährdet

 von Dr.Josef Haas , 04.12.2016 15:48

Dieser glänzenden Analyse ist eigentlich nur noch wenig hinzuzufügen, weist sie doch
in überzeugender Weise darauf hin, dass ohne das zuvor in der Vergangenheit Juden
zugefügte Unrecht niemals der "Staat" Israel hätte entstehen können.
Und genau von dort wird nun schon seit bald 70 Jahren das Volk von Palästina
entrechtet und unterdrückt. Den dafür Verantwortlichen nennt Yavuz Özoguz ebenfalls
beim Namen: Er heißt Zionismus.
Dessen Auftreten und Methoden haben sich dabei allerdings im Lauf der Geschichte
verändert.
Anfangs täuschte er bekanntlich vor, es ginge nur um Siedlungsland und Existenz-
möglichkeiten für den jüdischen Bevölkerungsüberschuss, vor allem in Osteuropa.
Das gesamte Judentum solle daher mithelfen, den leidenden Glaubensgenossen
eine neue Heimat zu verschaffen.
Dieses Siedlungsland suchte man seinerzeit in Palästina, da dort die Heimat der Väter
gewesen sei und auf dem Berge Zion der für jeden Juden heilige und verehrungswürdige
Tempel gestanden habe.
Wie die Erinnerung an den Berg Zion und sein Heiligtum für sämtliche Juden ein
"heiliger Gedanken" sei, so solle daher auch die neue Aufgabe, im Schutze dieses
Berges den verarmten Glaubensbrüdern und -schwestern eine neue Heimstätte zu verschaffen,
eine "heilige" sein. Infolgedessen der Begriff "Zionismus", welcher aber schon sehr
bald mit Mord und Gewalt für die Durchsetzung dieser seiner Zielsetzungen in
Erscheinung trat.
Mit der berüchtigten und nach ihm benannt gebliebenen Doktrin des damaligen britischen
Außenministers Lord Balfour vom November 1917 wurde dann aber schon damals die dafür
einzuschlagende Richtung sichtbar: Schaffung eines jüdischen Nationalstaates in Palästina
unter bewusster Missachtung der Rechte des dort schon seit Menschengedenken wohnhaft
gewesenen palästinensischen Volkes.
Damit - und dies ist leider heute weitgehend in Vergessenheit geraten- ging religiöser
Imperialismus einher.
Es ist ja dem jüdischen Volk nach seiner Auffassung von Gott verheißen, dass es unter
dessen Führung nach Palästina zurückkehren werde. Damit würde zugleich das
"Weltgericht" beginnen. Der Gott Jahwe werde dann sein "auserwähltes Volk" aus
der Zerstreuung (Galuth) befreien, werde ihm im Lande Israel (Palästina) die Herrschaft
über die Welt geben und die Feinde des Judentums im am Fuße des Berges Zion gelegenen
Tale Gehinnom richten.
Zugegeben: dies dürfte heutzutage nur noch die Auffassung einer kleinen jüdischen
Minderheit geblieben sein, doch sie ist und bleibt vorhanden.
Demgegenüber kommt der Zionismus, was ihm ja von diesen Sektierern dezidiert
vorgeworfen wird, ohne religiöse Bemäntelung seiner Ideologie aus, doch auch ihm geht
es letztlich um die Verwirklichung eines "Groß-Israel" vom Jordan bis zum Nil.
In ihrer grotesken Verblendung, das "Volk Gottes" vor sich zu haben, unterstützen nun
gerade in den USA sog. "evangelikale" Organisationen diese perversen Gedankengänge.
Und dies, obwohl Jesus bekanntlich auf Betreiben der damaligen jüdischen Führungsschicht
ans Kreuz geschlagen wurde, womit all die, welche in unseren Tagen die Mär vom "Gottes-
volk der Juden" verbreiten, dem sich deswegen ein Christ besonders verbunden fühlen müsse,
ihren Religionsstifter buchstäblich erneut kreuzigen.
Für das Volk von Palästina existiert hingegen das dem gleichzusetzende Martyrium gleichfalls
Tag für Tag, herbeigeführt und bewusst in Kauf genommen von den in der "westlichen
Wertegemeinschaft" tonangebenden Kräften, denen die Zusammenarbeit mit den Zionisten
über jede Menschlichkeit geht, denn wäre diese für sie tatsächlich ein Wert, würden sie
dem palästinensischen Volk umgehend das ihm bereits seit sieben Jahrzehnten zustehende
Selbstbestimmungsrecht verschaffen.
Realität werden kann dies aber nur, und auch darauf macht Yavuz Özoguz aufmerksam, allein
durch die Schaffung eines Staates, in dem Muslime, Christen und Juden friedlich neben-
und miteinander leben können.
Dafür zu kämpfen, bleibt folglich auch für alle anständig gebliebenen Menschen außerhalb
des einstigen "Heiligen Landes" eine immerwährende Verpflichtung, die niemals aus den
Augen verloren werden darf.
Alles andere wäre demgegenüber ein niemals mehr wiedergutzumachendes Verbrechen
gegen die Menschlichkeit!

Dr.Josef Haas
Beiträge: 686
Registriert am: 29.07.2014

Themen Überblick

Betreff Absender Datum
Wie Deutschland die Existenz des Judentums gefährdet Yavuz Özoguz 02.12.2016
RE: Wie Deutschland die Existenz des Judentums gefährdet Dr.Josef Haas 04.12.2016
RE: Wie Deutschland die Existenz des Judentums gefährdet Dörte Donker 05.12.2016
 

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