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Religion & Politik im Islam

RE: Wer die Liebe verliert – Essay eines deutschen Muslims für weniger religiöse Mitmenschen

 von Yavuz Özoguz , 06.09.2015 12:17

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Vor Kriminalität, vor Unruhen und Gewalt. Vor brennenden Moscheen. Vor brennenden Asylheimen.



Wo liegt die Ursache, bei den Flüchtlingen oder den Verbrechen der USA weltweit? Warum sollten wir an Symptomen herumdoktern und die Ursachen beiseite lassen? Wenn wir die Ursachen bekämpfen, und das gemeinsam, dann werden die Symptome verschwinden.

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Vor Verdrängung der Schwachen.



Wir ein einziger Schwacher in Deutschland weniger verdrängt, wenn es weniger Flüchtlinge gibt?? Oder ist es nicht eher so, dass der Druck der Flüchtlinge erst das Gute in vielen Herzen erweckt uns sie sich jetzt noch mehr für die Schwachen einsetzen als vorher?

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Vor noch mehr Arbeitslosigkeit.



Deutschland ist das Land mit einer der aller niedrigsten Arbeitslosenquoten der Welt! Und ein wichtiger Teil der Arbeitsplätze bedient den Binnenmarkt, der zusammenbrechen wird, wenn wir die niedrigste Geburtenrate der Welt nicht anders "auffüllen". Glaubst Du, die Merkels und Co. erlauben die zuwanderung als Nächstenliebe? Sicher nicht. Aber rechnen können sie alle, wenn es um den Götzen "Märkte" geht. Nicht die hohe Zahl der Flüchtlinge würde für mehr Arbeitslosigkeit sorgen, sondern die extrem geringe Geburtenrate und dadurch abnehmender Konsum!

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Vor noch mehr Obdachlosigkeit und Pfandflaschensucher.



Wird es nur einen einzien Obdachlosen weniger geben, wenn es weniger Flüchtlinge gibt? Oder gibt es irgendeinen Beleg dafür, dass es mehr Obdachlose gibt, seit es mehr Flüchtlinge gibt? Gibt es in Deutschland zu wenige Wohnraum oder sterben derzeit viele Ortschaften im Osten Deutschlands, weil die Häuser nicht mehr bewohnt werden? Warum sollte es in einer (trotz Flüchtlinge) abnehmenden Bevölkerungszahl zu wenige Wohnungen geben? Sind das nicht die Hassparolen der Hassverbreiter, die ohne jegliche sachliche Grundlage einfach in den Raum geworfen werden? Gott behüte uns davor in solch einer kritischen und sensiblen Angelegenheit ungeprüfte Behauptungen weiterzugeben!

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Vor noch schlechteren Bildungschancen.



Warum sollten die Bildungschancen schlechter werden, wenn bereits heutzutage die meisten handwerklichen Ausbidlungsbetriebe mit "schmutziger" Handarbeit keine Auszubildenden mehr finden? Und werden die Ausbildungschancen nicht schlechter, wenn nach und nach viele Schulen geschlossen werden müssen angesichts fehlender Schüler und die Schpler immer weitere Schulwege in Kauf nehmen müssen?

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Vor einer noch größeren Ellenbogengesellschaft.



Geschieht in Detuschland nicht gerade eine Spaltung zwischen den Ellebogenmenschen und den Hilfsbedrüftigen. So lange es keinen Stress gab, konnten alle im "Guten" mitschwimmen. Jetzt zeigt sich, dass Deutschland viele liebevolle Herzen haben. Warum sollten wir nicht dankbar sein für deren Chance sich auszuzeichnen! Was nützt einem eine Gesellschaft, in der die Ellenbogentypen nur nicht auffallen, weil es keinen Stress gibt.

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Vor Dreck und Drogen.



Gibt es irgeneine seriöse Statistik, dass mit der Zahl von Flüchtlingen die Zahl der Drogen zunehmen? Und die Erziehung zur Umweltsauberkeit ist keine unlösbare Aufgabe. Es scheint, dass manchmal vergessen wird, dass wir hier über Menschen schreiben, Menschen mit Geist Gottes im Herzen. Es sind keine Tiere, sondern Menschen!

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Davor dass wir bald Zustände wie in den Ghettos der USA bekommen, wie es in einigen Teilen Deutschlands schon vorhersehbar ist.



Wo in Detuschland gibt es Zustände wie in den Ghettos der USA? Wo in Deutschland muss ein Drittel der Bevölkerung von Essennsmarken leben? Das ist doch unseriöse Panikmache! Deutschland könnte merher Millionen Flüchtlinge aufnehmen, ohne dass es irgendeinen Auswirkung auf den Lebensstandard der Mensche hätte. Und was ist das für eine Gerechtigkeitssinn? Es gibt Millionen und Abermillionen von Flüchtlingen in der Welt. Wo sollen die denn hin? Iran hat 3 Mio. aufgenommen, Irak ist voll mit Flülchtlingen, obwohl von dort selbst Flüchtlinge fliehen. Libanon hat mehr Flüchtlinge als Einwohner. Wo sollen sie denn hin? Da stehen Hilfsbedürftige vor Deiner Tür und du kannst helfen, willst sie aber lieber zu einem entfernten Nachbarn senden?! So eine Einstellung hat doch mit Islam nichts zu tun? Sämtliche Propheten aller Zeiten würden diese Menschen aufnehmen! Wir können doch unsere Religion nicht nur in guten Zeiten leben wollen. Erst unter der Belastung wird doch die Einstellung unerer Herzen klar. Und das sind doch erst Peanuts. Was meist Du, wie viele Flüchtlinge es geben wird, wenn Imam Mahdi kommt? Dann wirst auch Du Deine eigene Wohnung teilen müssen! Das verlangt derzeit niemand von Dir!

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Vor einer Dreiklassengesellschaft etc.



Indem Du alle Bedürftigen einfach ausschließt? Ist das der islamische Ansatz?

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Und was ist mit den Armen in Deutschland? Knapp 400.000 (!) Menschen sind in Deutschland obdachlos, davon 30.000 Kinder. Tendenz steigend. Hat man hier nicht genug zu tun? Werden die Flüchtlinge die Lage verbessern oder verschlechtern?



Kein Mensch in Deutschland braucht obdachlos zu sein. Die Gründe für die Obdachlosigkeit sind vielfältig. Aber zu behaupten, dass mit den Flüchtlingsströmen es erheblich mehr Obdachlose geben wird, ist absurd. Glaubst Du, dass auch nur ein Cent von den Geldern, die derzeit für Flüchtlinge ausgegeben werden müssen, bei den Obdachlosen landen würde, wenn sie nicht kämen? Wenn das so wäre, warum ist das Geld nicht vorher bei ihnen gelandet? Und was die Armut in Deutschland angeht, so muss man das im weltvergleich sehen. Sicher ist die Armut schrecklich für die Betroffenen, aber über 80% der Menschheit würde mit Kusshand mit jedem Armen in Deutschland sofort tauschen wollen!

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Wenn wir nicht mal in der Lage sind, unsere eigenen Probleme zu bewältigen, nicht mal in der lange sind, die Flüchtlinge die hier schon sind zu unterstützen, so das die meisten hier herumgammeln, keine Perspektive haben und in Parks Drogen verkaufen, dann frage ich ich mich, wie wird es erst beim zigfachen sein?



Wer behauptet, dass wir nicht in der Lage sind, die eigenen Probleme zu bewältigen? Deutschland ist eines der reichsten Länder der Welt und produziert für die halbe Welt mit. Deutschland kann jedes Industriegut produzieren und tut das bei sehr bedeutsamen Dingen als Weltbester. Deutschland gehört zu den reichsten Ländern der Erde mit einem sehr hohen Bildungsgrad und eine der höchsten Studentenzahlen bezogen auf die Bevölkerung. Deutschland hat die besten Handwerker weltweit (geschichtlich bedingt). Wir haben sicherlich ein Systemproblem was die Finanzen angeht, ein Verteilungsproblem und ein Gerechtigkeitsproblem. Aber daran sind nicht die Flüchtlinge schuld! Die Probleme haben wir auch ganz ohne sie.

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Ist das eine unbegründete Sorge? Hat man dann weniger Liebe und ist weniger religiös?



Wenn Du mich so direkt fragst, dann antworte ich Dir, dass ich mehr als nur erschreckt bin über das, was ich in diesem Forum in den letzten Tagen aus religiöser Feder gelesen habe. Das hatte meines Erachtens NICHTS mit der Sunna des Propheten oder mit dem Heiigen Qur'an bzw. den Ahl-ul-Bait zu tun. Die Frage ist aus religiöser Sicht sowohl für Christen als auch für Muslime sehr leicht zu verstehen. Man muss sich nur die Frage stellen: Hätte Muhammad (s.) oder Jesus (a.) auch nur einen einzigen Flüchtling zurückgewiesen, selbst wenn ihre materiellen Möglichkeiten erheblich geringer gewesen wären als diejenigen, die Deutschland heute hat? Es gibt keinen Zweifel, dass alle religiösen Menschen diese Frage eindeutig mit "Nein" beantworten würden! Ist es da nicht angebracht, diejenigen als religiös zu bezeichnen, die dem Vorbild der Reinen folgen?

Yavuz Özoguz
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