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Religion & Politik im Islam

RE: Wer die Liebe verliert – Essay eines deutschen Muslims für weniger religiöse Mitmenschen

 von Cengiz Tuna , 04.09.2015 22:01

Lieber Bruder Yavuz, habe ich viele deiner Artikel doch sehr gelobt und zugestimmt, möchte ich bei diesem nun einiges einwenden, wenn ich darf.

Vorneweg, die Ungerechtigkeit und Ungleichheit auf der Welt, kann so nicht weitergehen. Es kann nicht sein, dass wir hier immer „reicher“ (obwohl wir selber von der Schere zwischen Arm und Reich betroffen sind), und andere Menschen auf unsere Kosten immer ärmer werden. Wir müssen lernen zu teilen. Wenn wir es nicht freiwillig schaffen, werden wir es irgendwann „müssen“. Das ist absehbar. Aber ich will nicht, dass das System uns dazu drängt, welches in Wirklichkeit nur eine destruktive Absicht hat. Zum Schaden für die Flüchtlinge und für uns.

Nun aber zur Liebe. Ist es möglich, vor lauter Liebe blind zu werden. Manchmal steckt der Wolf im Schafspelz. Liebe bedeutet doch auch Gutes zu erhalten und destruktive Absichten zu verhindern. Dein Text erinnert mich irgendwie auch ein bisschen an die rechte Wange hinhalten. Selbstverständlich hält man unter Umständen auch die rechte Wange hin, aber alles bis zu einem Bestimmten Punkt, sonst wird man selbst zum Opfer. Und das ist meine Befürchtung.

Der Begriff "Hassdeutsche" war nicht gut gewählt, finde ich. Ich weiß, da gibt es viel Müll in einigen Blogs, aber trotzdem. Aber wenn wir dabei sind, verdienen Hassdeutsche keine Liebe, keine zweite Wange? Gibt es keine Liebe für Deutsche, die ihre Heimat schützen wollen? Endet da die Liebe?

Wer sind weniger religiöse Menschen? Ist jeder, der gegen diese Art von „Flüchtlingshilfe“ (Eigentlich ein Flüchtlingsmissbrauch) ist, weniger religiös? Wie sieht es mit der Religiosität in den muslimischen Ländern aus? Haben Politiker wie Obama, Merkel, David Camerun und alle anderen plötzlich viel Religiosität? Treibt sie und die Massenmedien plötzlich die Religiosität und Liebe, weil sie doch für Flüchtlinge sind? Nun sollen die Flüchtlinge direkt aus Syrien abgeholt werden. Warum nicht gleich so?

Um auch zur Musik und Naidoo zu kommen. Ja, die Lieder von Naidoo sind wirklich gut. Da kann man schon eine Gänsehaut bekommen. Nur muss man genauer schauen, was ihn treibt. Vermutlich geht es bei seinen Liedern zumeist um Zion und den Messias. Anders ist es nicht zu erklären, warum er seine Alben meist Zion später Noiz (Zion umgekehrt) und dann "IZ ON" nennt. Für mich ist das zu viel des Zufalls. Seine Sympathie für Israel ist bekannt und man findet auch oft einen Davidstern auf seinen Alben. Im Grunde ja kein Problem, nur warum steht er nicht offen dazu?

Genauso die Heavy-Metal-Band Metallca. Die sind wie die meisten Band dieser Richtung satanisch geprägt. Das geben sie selbst zu. Wenn man vor lauter Liebe nicht aufpasst, welche Spiritualität da im Spiel ist, zieht man"unbewusst" mit am selben Seil:

http://www.songtexte.com/uebersetzung/me...h-7bd6b22c.html

Zitat
„Ich habe nach Vertrauen gesucht und es in Dir gefunden, jeder Tag bringt Neues, öffne Dein Herz für eine andere Sicht, und alles andere ist bedeutungslos.“


Ich kann mir schon vorstellen, wer damit gemeint ist. Wie in vielen Texten der Musikindustrie.

In einigen religiösen Richtungen geht es so weit mit der Liebe, dass man plötzlich anfängt seine Feinde zu lieben. Da sitzt man dann nur noch in der Ecke, hat einen Tesbih in der Hand und macht nur noch Dhikir. Oder irgendwelche Tänze um in Trance zu fallen. Selbstverständlich ist Dhikir wichtig, aber wenn es nur noch darum geht, dann verliert es seine Wirkung. Den Herrschern und Tyrannen freut`s. Mir ist die Religiosität Imam Alis (a.s.), Imam Husseins (a.s.) und des Widerstandes im Libanon lieber. Mir ist die Befreiungstheologie lieber.

Bei einigen Religionen geht die missdeutete "Liebe", wie schon erwähnt, bis hin zur Passivität oder Naivität. Wie man sieht, muss man auch bei der Liebe aufpassen.

Cengiz Tuna
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